Archiv für Oktober 2006

Der perfekte Linux-PC …

Oktober 21, 2006

… und warum es ihn dann doch nicht gibt.

Ich träume – wie bestimmt so man anderer auch – schon seit einiger Zeit von einer neuen Computer-Ausstattung. Im Detail: Man kommt mit seinem Notebook (14“,mittlerweile Core2 Duo, leicht, gute Akkuleistung, Bluetooth für externe Mouse) nach Hause und legt es in die Docking-Station unterm Tisch. Ab dann übernimmt der digital angeschlossene 20“ TFT, USB-Tastatur/-Mouse und die heimische Musikanlage. Bei Bedarf zum täglichen Backup wird dann noch kurz die externe Festplatte aktiviert.

Nun, 1. kostet so etwas eine Menge Geld (geschätzt 2000 €), welche ich nicht habe, 2. habe ich noch kein Notebook finden können, welches nicht irgendwelche Mängel hatte (schlechtes Display / Tastatur, kein Bluetooth etc.) und 3. hat X11 noch seine Probleme mit wechselnder Hardware-Peripherie (Xrandr soll aber darum erweitert werden).

Also habe ich die Idee von einem neuen Desktop-PC entwickelt. Also ich dann im Freund meiner Mitbewohnerin einen Käufer für meinen alten PC (Athlon-XP, 1GB RAM, 200GB HDD etc.) gefunden hatte, konnte ich mich auf die Jagd nach der richtigen Hardware machen.

Den Anfang – das wusste ich schon lange – musste die Grafik machen. Sie sollte diesmal mit vernünftigen OpenSource-Treibern daher kommen, also kein Nvidia, kein ATI (deren OpenSource-Treiber unterstützen nicht alle Features (Nvidia:3D, TV-Out, ATI: TV-Out, 3D wackelig). Ergo: Intel. Intel bietet aber nur onboard-Grafik an, was mir ausreicht und nur Recht ist, da diese weniger Strom verbruzeln. (laut aktueller c’t soll die Leistung allerdings doch sehr gering sein; Intel’s neueste X3000 Grafik reicht gerade mal für Window’s Aero-Effekte). Intel’s X3000 gibt es also nur im Bundle mit einem i965-Chipsatz.

In die Zukunft denkend sollte es noch einen DVI-Anschluss haben. Und hier geht es los. Es gibt genau ein Mainboard, welches onboard-Grafik mit DVI verbindet: das Intel DG965MQ. Und das ist das Gegenteil von Schlecht: es ist nahezu perfekt. Intel hat hier nur hochwertige Hardware verbaut (z.B. Intel Gigabit und SigmaTel Sound), unterstützt die neueste Idee von integrierter Lüftersteuerung (Stichwort Pulsweitenmodulation, 4pol. Stecker) und auch BTX.

BTX sollte mal der Nachfolger von ATX werden. Daraus wurde aber nichts und mittlerweile hat sogar Intel angekündigt, in Zukunft keine BTX-Mainboards mehr zu verkaufen. Schade, denn BTX brachte zwar keine revolutionär neue Techniken, dafür aber durchgehend evolutionäre. Es bietet einfach ein besseres Belüftungsprinzip. Und neben dem Mainboard muss nur der CPU-Lüfter (nennt sich hier Thermal-Modul und ist in einem Lufttunnel eingebaut) und das Gehäuse (die guten Gehäuse unterstützen alle auch ATX) BTX unterstüzten. Als Gehäuse kommt nun ein Coolermaster Stacker STC-T01 ins Haus, zusammen mit dem Thermal-Modul EKL Silent BTX 120mm HP. Und als Wärmeleitpaste: Flüssigmetall ala Coollaboratory Liquid Pro. Hat einen 10fach besseren Wärmeleitwert!

Zusammen mit einem Seasonic S12 Netzteil, Intel Core2 Duo E6300, 2×512MB DDR2 667Mhz RAM und einer schon vorhandenen Samsung SATA HDD ist der Rechnerkomplett. Zumindestens fast.

Kommen wir nun zu dem Teil, warum des doch keinen perfekten Linux-PC gibt. Es fehlt nämlich noch eine Komponente: der DVD-Brenner. Und, wo liegt das Problem ?

Das Mainboard, bietet neben hochwertiger Hardware auch durchgängige OpenSource Treiberunterstützung (ab Linux 2.6.18). OpenSource Grafik, fehlerfreies ACPI etc. Außer IDE. Der Chipsatz – so zukunftsweisend wie er nun mal ist – bietet nämlich kein IDE mehr. Stattdessen hat Intel zu einem externen Chip von Marvell gegriffen. Und für den gibt es weit und breit keinen Treiber. MSI, ASUS und die anderen Mainboard-Hersteller verwenden alle einen JMicron-Chip, der zumindestens ab 2.6.18 unterstützt wird, aber Intel muss gerade bei einer so einfachen Kompenten wie IDE den Traum vom vollständig unterstützten Board zerstören. Echt mager von Intel.

Ich werde nun zu einem SATA DVD-Brenner greifen. Nicht so schlimm, aber es würmt dennoch.

P.S.: Der komplette Rechner kostet 700 Euro. Das ist IMHO ein echt guter Preis für einen PC mit solch hochwertigen Komponenten.