Archiv für November 2006

Ideenklau …

November 18, 2006

… und warum Linux zu einem Innovationsmotor der Branche wird.

2001 war es soweit: Microsoft brachte Windows XP heraus. Ein Betriebsystem, das auch Jahre später im Wettbewerb mithalten kann (abgesehen vom Thema Sicherheit und mitgelieferter Programme). Linux hingegen konnte zu jener Zeit noch nicht groß auftrumpfen. Man bemühte sich aber, zu Windows aufzuschließen. Microsoft machte darauf Stimmung gegen Linux mit dem Argument, dass Linux nur bei Windows abkupfern (zum Teil durchaus zu Recht) würde.

Nun, die Zeit schreitet voran und mittlerweile hat Linux in vielen Bereichen die Nase vorne. Es reicht noch nicht an die Integration und Benutzerfreundlichkeit von MacOS X heran, aber auch dieses Ziel erscheint nur eine Frage der Zeit. Auch das kommende Windows Vista bietet nichts, was Linux nicht auch bieten kann.

Stellt sich also die Frage, was danach kommt ? Ist Linux selbstständig zu Innovationen fähig oder wird Linux es nicht zu mehr bringen als einem besseren Windows-Clone ?

Nein, Linux IMHO hat eine rosige Zukunft. Sicher, bisher waren vielleicht keine großen Innovationen dabei, sondern man hat viele Funktionen von Windows und MacOS nachprogrammiert / Ideen geklaut. Aber natürlich wären die Linux-Leute auf die Ideen auch selber gekommen. Man muss halt erstmal eine Basis haben, bevor man die etwas verrückteren Ideen angeht. Und bisher lieferten Windows und MacOS genug konkrete Ideen, die man auch für Linux umsetzen kann. Und wenn die Basis steht, wird auch Linux seine Innovationen bringen. Diese gibt es bestimmt auch schon zu hauf, in Form vieler kleiner Projekte. Diese muss man nur noch aufgreifen, in bestehende Projekte integrieren und zu ihrer wahren Größe entfalten lassen. Linux fehlten bisher nur die Ressourcen in Form von Entwicklern dazu, die, je mehr Linux jetzt schon ihre Wünsche erfüllt oder sobald auch die letzten Bits von Windows zu Linux portiert worden sind, die Projekte aufgreifen werden oder selber mit neuen Ideen kommen werden. Nämlich gerade OpenSource bietet doch die beste Atmosphäre, um neue Ideen zu entwickeln.

Daher betreibt Linux keinen Ideenklau, sondern befindet sich auf den Weg zum Innovationsmotor. Microsoft hingegen glänzt mit Windows Vista mit einmaliger Ideenlosigkeit. Die besten neuen Features von Vista findet man schon seit langem bei MacOS wieder. Und das nach 6 Jahren Entwicklungszeit und einmaligem Ressourceneinsatz (Geld und Entwickler).

P.S.: Das heißt natürlich nicht, dass nun oder bald zwingendermaßen die Zeit für Linux`s Durchbruch auf dem Desktop gekommen muss. Noch fehlt Linux die breite Unterstützung durch Software-Hersteller (Windows eigentlich Stärke). Vor allem bei professionellen High-End-Anwendung gibt es noch vielen Lücken, die sehr gut von kommerziellen Programmen werden können.

BTX …

November 8, 2006

… , die Zweite. Mittlerweile ist der neue Rechner am Laufen. Zeit, um zu sehen, ob die Theorie sich auch in der Praxis beweist.

Fazit: Ja. Und ich war echt überrascht darüber. Man kauft sich da nach bestem Wissen und Gewissen ein paar Teile zusammen und hofft, dass alles passt. Nur meistens gibt es dann in der Praxis doch ein paar Sachen, die nicht so sind, wie sein sollten, oder die man einfach nicht bedacht hatte. Aber diesmal stimmt die Sache. Das Kühlkonzept aus stromsparenden Komponenten (CPU, onboard Grafik, Chipsatz), Luftführung (BTX), Flüssigmetall-Wärmeleitpaste und Gehäuse (dämmt Schwingungen der Festplatte, Netzteil liegt unten -> weniger Vibrationen) geht auf und der Rechner ist echt verdammt leise. Bei Volllast ist er natürlich hörbar, aber auch nur durch ein leises Geräusch + Festplattenzugriffe. Ansonsten aber nicht. Perfekt.

Natürlich ist nicht alles Eitel-Sonnenschein. In das Gehäuse lassen sich bis zu 8 Lüfter einbauen (Super), allerdings ist das Gehäuse schon etwas länger zu haben und damals, als am designen des Gehäuses war, war ein 120mm Lüfter wohl noch nicht so verbreitet. Und das ein Thermal-Modul (= der CPU-Kühler bei BTX) einen 120mm Lüfter haben kann, erst recht nicht. So hat der Windkanal des Gehäuses zwar 120mm Abmasses, aber am Ende sitzt eine Verjüngung auf 80×80mm (optional sogar auf 60×60mm). Nun, die kann man abnehmen, allerdings ist der Windkanal etwas nach oben versetzt eingebaut, damit er nur drei 5 1/4 Laufwerkschächte belegt. Und so gibt es eine Luftspalt zwischen Windkanal und Thermal-Modul. Hier hätte eine modulare Halterung des Windkanal Flexibilität gebracht. Aber zum Glück stimmt auch so das Ergebnis.

Also: kauft BTX. Es lohnt sich.

BTX ist …

November 3, 2006

… super!

Es war einmal eine Zeit, in der es Intel nicht so gut ging (sprich: sie etwas weniger Gewinn gemacht). Dies war die Zeit der Pentium4 Generation, die Intel immer weiter hochzüchten musste, um mit dem im allen Kriterien besseren AMD Athlon 64 mitzuhalten. Mehr Mhz bedeutet aber auch mehr Abwärme. Und damit war der Pentium4 eh schon gesegnet. Abwärme war ein riesen Problem, da diese nur durch riesige CPU-Kühler abtransportiert werden kann, deren Lüfter natürlich viel Lärm erzeugen.

Intel hat dies vorausgesehen und gehandelt. Anstatt das Prozessor-Design zu ändern (noch statt ein neues Design – wie die jetzige Core-Architektur – in den Sternen), musste also ein neues Kühlkonzept her: BTX war geboren.

BTX ist wie das immer noch aktuelle ATX eine Formfaktor-Spezifikation. Dort steht drin, welche Ausmaße ein Mainboard, Netzteil oder Grafikkarte haben darf und wo sie genau liegen müssen, damit sie auch mit anderen Komponenten zusammenspielen (es wäre nicht gut, wenn der Slot für die Grafikkarte an der falschen Stelle liegt).

BTX als neuer Formfaktor ändert ein Reihe dieser Sachen, so dass ein ATX CPU-Kühler nicht auf eine BTX-Mainboard passt. Dessen bewusst, hat Intel möglichst wenig geändert, damit man nicht gleich einen ganz neuen PC kaufen muss, um so die Adaption von BTX zu beschleunigen. So braucht man ein neues Gehäuse, Mainboard, CPU-Kühler und ein paar extra Anbauteile, kann aber Netzteil, Laufwerke, RAM, CPU und Steckkarten weiterhin nutzen.

Das waren die Voraussetzungen, nun die Vorteile, allen voran das neue Kühlkonzept. Intel hat die CPU als extreme Wärmequelle, aber auch den Chipsatz und die Grafikkarte im Visier. Um die CPU besser als zuvor zu kühlen, wird in die Front des Gehäuses ein Windkanal (dies ist eins der neuen Anbauteile) eingebaut, der bis zum CPU-Kühler reicht. Der CPU-Kühler (heißt bei BTX „Thermal Modul“) besteht heutzutage in der Regel aus einem fetten Kühlkörper mit axial (also in Richtung des Windkanales) angebautem Lüfter. Das ganze ist auch in einem Gehäuse eingebaut, der den Windkanal von vorne verlängert. Als Beispiel mag hier mein EKL BTX 120mm HP herhalten. Damit liegt die CPU vollständig in einem Windkanal, dessen Luft auch danach in die Richtung weiterströmt. Direkt hinter die CPU hat deshalb laut BTX der Platz für die North- und Southbrigde. Und am Ende bekommen die Grafikarte auf der einen Seite und der Arbeitsspeicher auf der anderen Seite (gelegen bezogen auf die Chipsätze) auch etwas vom Lüftchen ab. Außerdem wird das Mainboard nun auf der anderen Seite des Gehäuses befestigt, wodurch die Chipsatz-Seite der Grafikkarte zum Luftzug zeigt. Desweiteren wird der CPU-Kühler nun nicht mehr am CPU-Sockel befestigt, sondern mittels Löchern im Mainboard direkt am Gehäuse (dafür braucht man das zweite neue Anbauteil: ein Stück Metall als Halteplatte). Dies ist auch gut so, da die mittlerweile riesigen und damit schweren CPU-Kühlkörper an der Integrität des Mainboardes gerüttelt haben. Auch sind so noch größere CPU-Kühler möglich (der EKL wiegt 1.1 kg). Und dann gibt es noch andere Feinheiten, wie eine vorgeschriebene stabile Stromzufuhr mittels 4pol. Stromstecker. Gefallen hat mir auch, dass die Formfaktor-Varianten (BTX, micro-BTX etc) immer die gleiche Höhe haben und sich nur in der Breite unterscheiden. So passt ein BTX-CPU-Kühler immer auf alle Varianten.

Es gibt natürlich auch Schattenseiten. Intel wird (zu Recht) vorgeworfen, dass die Konzepte nicht neu sind. Nun aber Intel hat sie mit BTX zum Standard gemacht. Das BTX-Design eignet sich nicht so sehr für AMD-Sockel mit eingebauten Speichercontroller. Auch wird die Kühlung der Laufwerke völlig außer vor gelassen (aber das war bei ATX auch schon so). Aber nun der Kankpunkt: das bessere Kühldesign ist gar nicht nötig, da Intel’s neue Core-Architektur die Wärmeabgabe deutlich senken (50%+) konnte. Und dies hat BTX dem Garaus gemacht: selbst Intel hat eingelenkt und bietet nun nur Support auf Anfrage, wird aber keine eigenen BTX-Mainboards mehr herstellen.

Nun BTX ist tot, aber ich bin verdammt froh, dass ich noch zu BTX gegriffen habe. Denn mit einem besseren Kühlkonzept geht auch langsamer drehende Lüfter und damit weniger Lärmentwicklung einher. Und das ist mehr denn je wichtig für uns, oder ?

P.S.: Ich habe beim Gehäuse zum Coolermaster Stacker STC-T01 gegriffen. Ein Gehäuse, was sowohl ATX als auch BTX unterstützt. War zwar etwas teuer für meinen Geschmack, aber damit bin immer noch für die Zukunft gerüstet und es hat nebenbei so viele coole Funktionen.