… und warum Linux zu einem Innovationsmotor der Branche wird.
2001 war es soweit: Microsoft brachte Windows XP heraus. Ein Betriebsystem, das auch Jahre später im Wettbewerb mithalten kann (abgesehen vom Thema Sicherheit und mitgelieferter Programme). Linux hingegen konnte zu jener Zeit noch nicht groß auftrumpfen. Man bemühte sich aber, zu Windows aufzuschließen. Microsoft machte darauf Stimmung gegen Linux mit dem Argument, dass Linux nur bei Windows abkupfern (zum Teil durchaus zu Recht) würde.
Nun, die Zeit schreitet voran und mittlerweile hat Linux in vielen Bereichen die Nase vorne. Es reicht noch nicht an die Integration und Benutzerfreundlichkeit von MacOS X heran, aber auch dieses Ziel erscheint nur eine Frage der Zeit. Auch das kommende Windows Vista bietet nichts, was Linux nicht auch bieten kann.
Stellt sich also die Frage, was danach kommt ? Ist Linux selbstständig zu Innovationen fähig oder wird Linux es nicht zu mehr bringen als einem besseren Windows-Clone ?
Nein, Linux IMHO hat eine rosige Zukunft. Sicher, bisher waren vielleicht keine großen Innovationen dabei, sondern man hat viele Funktionen von Windows und MacOS nachprogrammiert / Ideen geklaut. Aber natürlich wären die Linux-Leute auf die Ideen auch selber gekommen. Man muss halt erstmal eine Basis haben, bevor man die etwas verrückteren Ideen angeht. Und bisher lieferten Windows und MacOS genug konkrete Ideen, die man auch für Linux umsetzen kann. Und wenn die Basis steht, wird auch Linux seine Innovationen bringen. Diese gibt es bestimmt auch schon zu hauf, in Form vieler kleiner Projekte. Diese muss man nur noch aufgreifen, in bestehende Projekte integrieren und zu ihrer wahren Größe entfalten lassen. Linux fehlten bisher nur die Ressourcen in Form von Entwicklern dazu, die, je mehr Linux jetzt schon ihre Wünsche erfüllt oder sobald auch die letzten Bits von Windows zu Linux portiert worden sind, die Projekte aufgreifen werden oder selber mit neuen Ideen kommen werden. Nämlich gerade OpenSource bietet doch die beste Atmosphäre, um neue Ideen zu entwickeln.
Daher betreibt Linux keinen Ideenklau, sondern befindet sich auf den Weg zum Innovationsmotor. Microsoft hingegen glänzt mit Windows Vista mit einmaliger Ideenlosigkeit. Die besten neuen Features von Vista findet man schon seit langem bei MacOS wieder. Und das nach 6 Jahren Entwicklungszeit und einmaligem Ressourceneinsatz (Geld und Entwickler).
P.S.: Das heißt natürlich nicht, dass nun oder bald zwingendermaßen die Zeit für Linux`s Durchbruch auf dem Desktop gekommen muss. Noch fehlt Linux die breite Unterstützung durch Software-Hersteller (Windows eigentlich Stärke). Vor allem bei professionellen High-End-Anwendung gibt es noch vielen Lücken, die sehr gut von kommerziellen Programmen werden können.
November 21, 2006 um 5:08 |
Hey,
da bin ich doch Glatt einer Meinung! Ich hab auch sachen in Windows Vista gesehen die in Linux schon lange Integriert sind
Ich denke mal Windows will sich gegen Linux nur stark machen^^
http://www.ende-der-vernunft.org/index.php?p=1016
GreeZ,
Dezember 20, 2006 um 1:24 |
Also KDE ist meiner Meinung nach schon lange besser integriert, als es Windows in den Versionen vor XP je gewesen war. Das was mit XP an Ideen geliefert wurde, diente unter KDE (Gnome kenne ich nicht, wird dort aber vl. ähnlich sein) nur noch als Verfeinerung – hauptsächlich in Sachen Benutzerführung. Und das ist positiv zu sehen im Sinne Umsteigerfreundlichkeit und Vereinheitlichung. Der Vorteil von Linux ist gleichzeitig aber auch der größte Nachteil: Während unter Windows lange Produktzyklen lange Stabilität der Produktivumgebung gewährleisten, schreitet Linux ist kurzfristigen Zyklen voran. Jemand der mit PCs arbeiten muß, ohne davon Ahnung zu haben, kommt daher mit Windows besser zurecht – er muß lange Zeit nichts neues lernen und nutzt die gewohnten Arbeitsschritte schnell und effektiv. Linux bietet dagegen öfter neue Innovationen, die die Arbeitsschritte verbessern können – erfordert allerdings mehr Anpassungsfähigkeit des Benutzers. Kritisch ist hingegen für Firmen jetzt der Umbruch von XP aus Vista – das Problem hat Linux wegen den kleineren Innovationsschritten nun nicht. XP wird deshalb in Firmen noch lange das Standard-Betriebssystem bleiben.
Januar 10, 2007 um 10:38 |
welche funktionen wurden nachprogrammiert und geklaut aus MAC OS (bitte kein link auf ein youtube video einer apple präsentation..)? warum bietet windows vista nichts neues?
worin siehst du die ideenlosigkeit von microsoft?
ich arbeite seit 6 monaten produktiv mit vista und finde eigentlich viele gute ideen in vista
Januar 11, 2007 um 8:02 |
Nett, dass das Microsoft Marketing auch hier vorbeiguckt.
Andererseits sollte doch aber gerade das Microsoft Marketing über alle Seiten von Windows Bescheid wissen. Man muss ja nicht gerade einen Scheinwerfer auf die dunkle Seite werfen.
Aber gut, dann mache ich das mal:
1) „User Account Control“: Da der User die größte Sicherheitsgefahr darstellt, muss man dem User so viele Rechte wie möglich klauen und daher gibt es jetzt die UAC. Sinnvolle Sache, allerdings setzen das MacOS X als auch Linux (basierend auf Ideen aus der Unix-Zeit) schon lange um.
2) Aero-Oberfläche: Hier war MacOS X der Vorreiter und Windows und Linux ziehen nach.
3) Integrierte Suche: In solchem Umfang wie bei Windows Vista hat es bisher wohl noch niemand eingesetzt, aber hier waren wohl die Desktop-Such Tools die Vorreiter.
Das sind alles gute Features und ich wäre enttäuscht, wenn Windows Vista sie nicht hätte. Aber es sind halt keine Innovationen.
Windows Vista bringt viele kleine Änderungen mit sich (was ich auch sehr beführworte), aber unter den dicken Dingern fehlt es an neuen Ideen (WinFS wär was gewesen).
P.S.: Ich habe nie gesagt, dass man mit Windows Vista nicht arbeiten könnte. Man kann es, sogar recht gut. Aber das konnte man auch schon mit Windows XP