… und warum sie bei Linux so schwierig ist.
Auftritt: meine Mutter.
Sie ist Lehrerin, ist fasziniert vom Internet und von den Möglichkeiten des Computers im Unterricht, kann allerdings den Computer nicht wirklich bedienen. Sie hat schon 1-2 Volkshochschulkurse hinter sich und ich habe ihr den ganzen Krempel auch schon mehrfach beigebracht (und Punkt für Punkt aufgeschrieben). Dennoch ist sie scheinbar in ihrem Alter nicht mehr ganz so lernfähig (und als Lehrerin lässt sie sich eh nichts sagen).
Nun, gerade hier wäre es schön, wenn sie Linux nutzen könnte. KDE (als auch natürlich Gnome) haben nämlich eine konsistenere Benutzerführung und ich könnte ihr auch die Software-Verwaltung überlassen (bei Windows ist die Installation OK, aber das Finden der Software auf den Webseiten geht gar nicht).
Leider wohne ich 100km von ihr entfernt, weshalb ich bei Problemen nur Telefonsupport leisten kann (und nicht auch selten muss). Nun, manchmal verstehe ich nur Bahnhof, was für ein Problem denn sie eigentlich hat, so dass ich ihr nicht helfen kann. Darum verweise ich sie dann auf ihre Kollegen in der Schule, dass die ihr doch bitte helfen mögen. Das funktioniert auch meistens, da dort zumindestens ein Computer-Spezi rumläuft (halt der Administrator der Schule).
Was wäre nun, wenn sie Linux einsetzen würde. Sie hätte weniger Probleme („natürlich“
), sie könnte immer noch mich fragen und eventuell findet sich an der Schule auch jemand, der sich mit Linux auskennt. Aber ehrlich gesagt, ich wüsste noch nicht mal, ob ich ihr helfen könnte. Denn ich nutze Gentoo, ihr würde ich aber eher Kubuntu installieren. Und der freundliche Mensch an der Schule nutzt wahrscheinlich openSUSE mit Gnome. Und nun erkennt Kubuntu den USB-Stick nicht, der doch sonst immer funktioniert hatte. Da kann ich ihr nicht helfen noch der freundliche Mensch aus der Schule, da wir beide ein andere Distribution einsetzen mit unterschiedlicher Software(-versionen) und unterschiedlichen Konfigurationswegen.
Mündlich kommt man da nicht weiter (bei einem solchen Problem unter Windows aber auch nicht), aber selbst die Hilfe vor Ort (ich könnte mich z.B. per VPN verbinden) würde bei einem solchen Problem aufgrund unterschiedlicher Distributionen scheitern.
Aufgrund von OpenSource kann man solchen Fehlern auf den Grund gehen und sie auch beheben, was unter Windows doch eher schwierig bis unmöglich ist, aber die klassische Nachbarschaftshilfe wird unter Linux wohl nur noch bei Problemen mit Anwendungen helfen können. Bei Problemen unter der Haube stehen einem heutzutage dafür die Foren oder IRC zur Verfügung, wo man (zumindestens für Gentoo) erstklassige Hilfe erhält.
Das aber ist dann für meine Mutter schon viel zu kompliziert, weshalb (und anderen Dingen) ich bei ihr immer noch auf Windows setze.