… und warum Adobe ihren Flash-Player nicht offenlegen muss.
In seinem aktuellen Blog Post schreibt ‘Command Line Warriors’ über seine Prognose für Desktop Technologien in 2007.
Unter anderem über den Adobe Flash Player. So steht dort, dass Gnash in 2006 zum Standard Flash-Player geworden ist, da es der offizielle Adobe Player bis jetzt nur Flash bis zur Version 7 unterstützt, während Flash Version 9 schon lange Standard ist. Gnash hingegen unterstützt auch Flash Version 9. Des weiteren fährt ‘Command Line Warriors’ fort, dass es bei Adobe kein gänzlich neues Flash Format (Flash Version 10) geben wird, weil man es sich nicht leisten kann, die Inhalteanbieter zu überfordern. So kann Adobe maximal alle zwei Jahre eine neue Version bringen, genug Zeit, in der Gnash aufschließen kann.
Und nun kommt der interessante Teil: Weil Gnash aufschließen wird, wird Adobe, damit ihr Player weiterhin unter Linux genutzt wird, den Quellcode freigeben müssen. So wie bei Java geschehen, laut Autor.
Nun, ich habe da ein paar Anmerkungen:
Der Adobe Flash Player ist Closed-Source Software, daher mag es sein, dass heutige Distributionen Gnash standardmäßig installieren. Aber ich musste feststellen, dass Gnash immmer noch Alpha-Software ist.Es gibt noch zuviele Webseiten, wo Gnash fehlerhaft oder auch gar nicht funktioniert. Daher würde es mich wundern, wenn der Linux Nutzer bei Gnash bleibt. Ein funktionierender Adobe Player Version 7 ist besser als ein nicht funktionierender Gnash Player. Und am Rand sei noch erwähnt, dass es eine Beta-Version von Adobe Flash-Player 9 gibt, die auch schon richtig gut funktioniert (besser als Gnash).
Es ist aber richtig, dass Gnash – wenn die Entwickler bei der Stange bleiben – zum Adobe Flash Player aufschließen werden.
Falsch ist aber, dass Adobe mittelfristig den Quellcode freigeben muss. Adobe Interesse an ihrem Player ist, dass möglichst alle PC Flash abspielen können. Am Player selber verdient Adobe keinen einzigen Cent. Und wenn es für Linux eine gut funktionierenden Open-Source Player ala Gnash gibt, dann haben die Leute bei Adobe bestimmt kein Problem, Entwicklungskosten einzusparen und ihren Player für Linux einzustampfen.
Und damit steht Adobe anders da, als Sun mit Java, die Angst hatten, dass die Java-Spezifikation verwässert wird. Allgemein, wird es wohl wenige weitere Java-Fälle geben, man sollte lieber die Hersteller von Closed-Source Software zu mehr Kooperation drängen. Davon hätte die Linux Welt weit mehr.