… oder warum aktuelle Hardware und Linux-Kompabilität unvereinbar sind.
Es ist wieder Zeit: der alte Rechner hat ausgedient und ein neuer, schnellerer Rechner muss her. Gesagt, getan. Nach dem Aufbau wird gleich das vorinstallierte Windows Vista ausgetestet. Nett, aber irgendwie doch nur Windows. Außerdem findet man so manche kleine Gewohnheit so nicht wieder und außerdem füllt sich der neue Rechner nicht wirklich schneller an.
Auftritt: Der nette Linux-Freund von nebenan. Er erklärt, dass Windows Vista hohe Systemanforderungen hat (und der Rechner deswegen so langsam ist) und dass viel unter der Haube gemacht wurde (und man deshalb Sachen jetzt woanders findet). Da man das System und die Programme eh alle neu einrichten muss, kommt die Idee auf, das jetzt die richtige Zeit wäre, um mal Linux auszuprobieren. Auch hier: Gesagt, getan.
Allerdings fällt auch Linux durch. Das letzte Ubuntu Linux (oder OpenSUSE / Fedora etc.) kam vor 4 Monaten heraus und der eingesetzte Kernel ist sogar 5 Monate alt. Da der neue Rechner aber auch mit neuester Hardware ausgestattet ist, erkennt die LiveCD den verbauten IDE-Controller nicht und bricht daher den Bootvorgang ab. Aus, Schluss, Pustekuche der Traum von der Linux-Welt. Und da Ubuntu, OpenSUSE, Fedora und wie sie alle heißen, ihren Release-Zyklus scheinbar aufeinander abgestimmt haben, hilft hier auch keine andere Distribution aus. Auch wenn der aktuelle Kernel schon die Hardware unterstützt – und das tut er immer häufiger – nützt das dem Anwender nicht, solange die Distributionen nicht auch den aktuellen Kernel nutzen. Und die haben eine bis zu 6 monatige Lücke = 2 Kernelversionen. Meistens kann man zwar – ist das System einmal installiert – den Kernel auf die notwendige Version aktualisieren, aber der Weg dorthin mittels offizieller LiveCD ist steinig (hier hilft ein Blick ins entsprechende Wiki oder der Linux-Freund von nebean) bis nicht gehbar und der wichtige erste Eindruck ist auf jeden Fall dahin.
Eine Lösung des Problemes hat nun Dell gezeigt, indem sie die offizielle LiveCD von Ubunutu um die nötige neue Software aktualisiert haben. Zwar bieten sie keinen offiziellen Support dafür an, aber im Fall der Fälle (der mit solch einer speziell angepassten LiveCD nicht passieren sollte) hilft man sich im Forum aus.
Aber auch das ist nur eine notdürftige Lösung, da wohl niemand alle populären Distributionen unterstützen und deren LiveCDs remastern wird.
Mal sehen, was die Zukunft bringt. Im Moment wird man wohl im Zeitraum zwischen den Releases zu irgendwelchen halb offiziellen LiveCDs greifen.
P.S.: Windows würde in solch einer Situation ebenso versagen. Ja sogar noch schlechter abschneiden, weil Windows nur alle 3-6 Jahre aktualisiert wird. Da es aber immer vorinstalliert ist, fällt es nur nicht auf.