Archiv für September 2008

Gelb ist das neue Rot …

September 25, 2008

… oder alles über Laptop und Design.

Um in den Worten heutiger Marketingstrategen zu sprechen, der Laptop ist wohl der PC 2.0. Aber abseits vom Beruf ist weniger die Mobilität für die Verkaufserfolge von Laptops verantwortlich, sondern es neben dem Handy und dem MP3-Player Einzug gehalten hat in die Riege der „Technik-Gadgets“. Das technische Pondon zur Sonnenbrille oder dem Gürtel, den „Accessoires“ der Modewelt.

Und als solches muss es gut aussehen. Ja, das Aussehen der Geräte ist häufig sogar das Hauptmerkmal, um sich als Individuum von der Masse abzuheben (natürlich nur soweit, wie das bei einem Massenprodukt möglich ist).

Nun, hier gab es ganz natürliche Entwicklungen, wobei verbessertes Aussehen als Bonus mit abfiel. Und zwar trat mit dem Pentium-M trat (im Vergleich zum Pentium4) der Energiehaushalt bei Laptops in den Vordergrund. Laptops müssen mobil sein, deshalb muss der Akku lang genug halten, deshalb darf der Prozessor keine Energie verbrunzeln, deshalb werden weniger Kühlmassnahmen benötigt, deshalb kann der Laptop leichter und flacher gebaut werden. Beides macht es möglich und erstrebenswert, mit seinem Gadget im örtlichen Coffee-Shop vorbeizugucken, um dort seine Emails abzurufen.

Und was macht gutes Design aus ? Schlank ist schon mal ein Muss. Und ein blasses Schwarz ist eher nicht mehr aktuell. Dell konnte seine Verkäufe, neben günstigen Preisen, vor allem durch frei Farbwahl (wenn man mit „frei“ 8 bestimmte Farben meint) und optionale Muster steigern. Seit der heiße Braut aus der Dell Werbung (http://www.youtube.com/watch?v=5jlaYqt7l4Y) will ich auch ein rotes XPS haben.

Auf der anderen Seite sind Geschmäcker auch sehr unterschiedlich und ein Design, dass einem heute gut gefällt, mag morgen seine Magie verbraucht haben. Daher hier meine „Pfui’s“ bezüglich Design:
* Marken-Logos: Ein Hersteller, der heute „In“ ist, kann morgen out sein. Und will man dann noch dafür Werbung laufen ?
* Muster: Diese verbrauchen IMHO sehr schnell ihre Attraktivität.
* Große Laptops: 17 Zoll wirken schon ziemlich unhandlich, häufig sogar plump. Schon 15.4 muss man schon ordentlich festhalten.
* Kleine Laptops: Die aktuelle aufgekommenen Netbooks mögen zwar eine Lücke füllen, jemanden bei der Bedienung des Winzlings zuzusehen, ist aber schon witzig und hat häufig auch nichts mit Produktivität zu tun.

Ich persönlich mag ein „technisches“ Design. Etwas mit „Hier steckt Power drin und ich kann sie händeln“ Ausstrahlung. Und das Non-Plus-Ultra ist natürlich das IBM Design. Schwarz, schlicht, kantig. Ein Klassiker in 13.3 oder 14.1 Zoll, einfach zeitlos. Will man das noch etwas pimpen, fällt meine Wahl auf Sticker. Ein KDE- oder das Distro-Logo zeigen, dass man für etwas steht und Verfechter des „Guten“ ist.

P.S.: Mit dem Design kommt natürlich auch das Verlangen, das schicke Neue besitzen zu wollen. Ähnlich wie beim neunen Handy alle zwei Jahre wird sich wohl der Erneuerungszyklus bei Laptops verkürzen zu den 5 Jahre Zyklus bei PC.

P.P.S.: Ich frage mich schon seit einiger Zeit, wann das erste Laptop mit auswechselbarem Gehäuse erscheint. Damals noch, als man das beim Handy konnte, kauften liefen alle mit gepimpten Nokia und Siemens Handys herum.

KDE 4.1 und Gentoo …

September 25, 2008

… oder warum Gentoo alles richtig macht.

Es war einmal der 29. July 2008. Der Tag, an dem KDE 4.1 freigegeben wurde. Der Tag, an dem KDE 4.1 in einem Entwickler-Overlay für Kubuntu freigegeben wurde. Der Tag, an dem KDE 4.1 für Fedora 9 verfügbar wurde. Der Tag, an dem der BuildService für OpenSUSE ein KDE 4.1 herzauberte. Der Tag, an dem Gentoo entgültig versagte.

Nachdem Gentoo schon kurz vor der Auflösung stand (lediglich die offizielle Organisation im Hintergrund, mittlerweile alles wieder OK), nachdem es keine neuen Gentoo Release mehr gab (mittlerweile gibt es 2008.0), nachdem es Programm XY in seiner neuesten Version nicht im Portage Baum gab (mittlerweile bestimmt schon), ist doch jetzt das Fass mit KDE 4.1 übergelaufen. Schon KDE 4.0 – obwohl im Baum – war die ganze Zeit über fest maskiert; alle anderen Distros bieten es ganz normal an, teilweise sogar ausschließlich (KDE 4.0 ist nur eine Entwicklerversion und entsprechende Distros haben auch viel Schläge für ihre „Ich hab das Neueste“-Gier bekommen).

Und nun kein KDE 4.1. Es gibt zwar mittlerweile drei Overlays (kdesvn schon seit den Vorversionen von KDE 4.0), aber die benötigen irgendwelche komischen Paketmanager (kdesvn benötigt paludis, kde-testing benötigt >=portage-2.2_rc; weil es die Paketverwaltung vereinfacht; kde-portage ist mit dem alten Portage nutzbar). Außerdem mag ich keine Overlays (habe ich nie verstanden).

Ohne KDE 4.1 ist Gentoo am Ende. Wer will das dann noch (ausgenommen natürlich die GNOME, Xfce, Fluxbox etc. Nutzer und auch unsere KDE3 Nutzer; nicht alle wollen jetzt wechseln).

Und Schuld sind die Gentoo Entwickler: die arbeiten nicht (kürzlich hat das KDE Team viele seiner Entwickler verloren; außerdem sind das immer noch Freiwillige) und Entwickler interessieren sich eh nicht für uns User, Gentoo ist jetzt eine Zwei-Klassen-Gesellschaft (weil sie KDE 4.1 in einem ultra geheimen Overlay entwickeln, bestimmt. P.S.: Was hast du heute schon für Gentoo getan?).

Sprich, es ist an der Zeit, eine neue Distro zu suchen (und damit auf den besten Paketmanager, aktuelle Kernelunterstützung, in weiten Teil aktuelle Software zu verzichten).

Wie man an den Kommentaren in Klammern sieht, ist es um Gentoo nicht so schlecht bestellt. Es fehlt bestimmt Manpower hier und dort, aber am Ende bleibt: mein Gentoo läuft schon seit Jahren. Gentoo hat halt seinen Status als Shooting-Star verloren (jetzt ist das Ubuntu), weshalb man jetzt nicht mehr über die Macken und Probleme hinwegsieht.

Wir haben einen Gewinner …

September 18, 2008

… oder warum es einen neuen Gentoo Nutzer gibt.

Pünktlich mit dem Erscheinen von KDE 4.1 haben ich auf den Rechner meiner Mutter Kubuntu 8.04 installiert und dann KDE 4.1 hinterhergeschoben. Die KDE 4.1 Pakete für 8.04 werden von einem Team aus Kubuntu Entwicklern bereitgestellt (PPAs, Overlays, Repositorien sind wohl die beste Innovation in der Paketverwaltung). Ging auch alles gut, allerdings ist der Zeitaufwand zur Installation  (ca. 1 Stunde) im Vergleich zum Konfigurieren und Anpassen wirklich zu vernachlässigen. Ich habe natürlich nur die offensichtlichten Dinge getan, so dass ich meiner Mutter in der Anfangszeit ständig ausfehlen musste, die Dinge nach ihrem Geschmack einzustellen.

Das größte Problem war die Schriftgröße. Von Anfang an, bemängelte sie, dass die Schrift zu klein sei. Also änderte ich die Schriftgröße in den Systemsettings. Dann sah so manches vielleicht etwas klobig aus (der Dejavu Schriftsatz sieht im Vergleich zu Arial bei größeren Schriften ziemlich fett aus; ich sollte wohl mal die Antialiasing Einstellungen checken), aber war sehr gut zu lesen. Bis auf Firefox. Da dies ein GTK-Programm ist, haben die KDE Einstellungen keinen Einfluss. Auftritt von gtk-engines-qt, welches aber auch so maches GUI-Widget im Browserfenster anpasst (so sind die Radio Buttons bei Google unterhalb des Eingabefelder grau auf weißem Hintergrund). Auch wollten die Firefox-Einstellungen zur Schriftgröße zuerst nicht so, wie ich wollte (später habe ich es dann hinbekommen). Deshalb habe ich meiner Mutter dann den Konqueror als Browser untergejubelt. Was sie ziemlich verwirrte, da sie nicht weiß, was ein Browser ist. Sie kennt nur das Internet. Schließlich war der korrekt eingestellte Firefox nicht zu gebrauchen, da das aufwendige Layout z.B. bei Reisebuchungsseiten wenig tolerant sind bezüglich der Schriftgröße. Der Text wird dann einfach abgeschnitten, verdeckt andere Elemente oder zerreist einfach das Layout, so dass wir die Schriftgröße wieder etwas herunterdrehen mussten (beim Firefox sieht es dann noch erträglicher aus, als beim Konqueror).

Übrigens war meine Mutter der Meinung, dass die Schrift bei Windows größer sei, weshalb die ganze Schriftproblematik zu Lasten von Linux ging. Als wir später dann mal das weiterhin parallel installiert Windows starteten, stellte sie fest, dass dem natürlich nicht so war.

Den Schlußpunkt setzte dann der nichtfunktionierende Drucker. Ich hatte bewusst den alten Lexmark GDI-Drucker (kein Treiber) durch einen HP LaserJet (diverse Treiber) ersetzt, allerdings sorgte ein Fehler in QT 4.4.0 dafür, dass keine QT / KDE Anwendung drucken konnte. Ein Update auf QT 4.4.1 behob bei mir (Gentoo) das Problem, aber auf der Kubuntu Seite tat sich nichts (ich habe allerdings auch nicht die Entwickler auf ein Update drauf angesprochen).

Da ich von Gentoo wusste, dass es das Problem behebt, und da ich auch von der Performance unter Kubuntu nicht so begeistert war (wie zu erwarten, hat ist Gentoo nicht allzu schneller; ein Sempron 2800 ist eben nicht mein Core2 Duo T7300), habe ich damit begonnen Gentoo zu installieren. Im Vergleich zu der 1 Stunde Installationszeit von Kubuntu war die Installationszeit von Gentoo mit mehren Tagen eine Ewigkeit (natürlich lief die Installation nur nebenbei und hat nur einen Bruchteil davon an meiner Zeit verbraucht). Neben dem Drucken ist es unter Gentoo auch einfacher, die ISDN Karte zum Laufen zu bringen.

Abschließend gibt es noch Probleme mit Windows Spielen. Meine Mutter versucht sich gerade an Bridge, wofür ich bisher noch kein Linux Spiel gefunden habe. Also muss Wine herhalten. Das eine Spiel lässt sich nicht installieren, aber spielen (ich brauchte nur die Daten von Windows zu kopieren). Allerdings werden Sonderzeichen (wie die Symbole für Kreuz, Herz etc.) nicht korrekt angezeigt. Das zeite Spiel lässt sich leider auch nicht installieren, so dass meine Mutter dafür Windows starten muss.

Insgesamt ist der Umstieg nicht besonders glatt verlaufen. Viele Kleinigkeiten verhageln die ansonsten – im Vergleich zu Windows – gute Benutzerfreundlichkeit. Allerdings gibt es auch ein paar Sonnenseiten: Kontact kommt gut an und meine Mutter hat damit begonnen, ihr Addressbuch zu aktualisieren und nutzt nun auch Funktionen wie Geburtstagserinnerungen.

Fazit: Meine Mutter bleibt bei Linux, allerdings kommt sie im Prinzip mit Linux ebenso wenig zurecht wie mit Windows, weil sie Bedienkonzepte im Allgemeinen nicht verstanden hat. Nur die Handvoll Programme, die sie nutzt, kann sie bedienen. Und die auch nur zum Teil. Alles andere muss ich ihr zeigen (häufig immer wieder) und die Administration ist eh meine Sache (hier hat Linux für mich allerdings Pluspunkte zu bieten).