Archiv für die Kategorie ‘Benutzerfreundlichkeit’

Wir haben einen Gewinner …

September 18, 2008

… oder warum es einen neuen Gentoo Nutzer gibt.

Pünktlich mit dem Erscheinen von KDE 4.1 haben ich auf den Rechner meiner Mutter Kubuntu 8.04 installiert und dann KDE 4.1 hinterhergeschoben. Die KDE 4.1 Pakete für 8.04 werden von einem Team aus Kubuntu Entwicklern bereitgestellt (PPAs, Overlays, Repositorien sind wohl die beste Innovation in der Paketverwaltung). Ging auch alles gut, allerdings ist der Zeitaufwand zur Installation  (ca. 1 Stunde) im Vergleich zum Konfigurieren und Anpassen wirklich zu vernachlässigen. Ich habe natürlich nur die offensichtlichten Dinge getan, so dass ich meiner Mutter in der Anfangszeit ständig ausfehlen musste, die Dinge nach ihrem Geschmack einzustellen.

Das größte Problem war die Schriftgröße. Von Anfang an, bemängelte sie, dass die Schrift zu klein sei. Also änderte ich die Schriftgröße in den Systemsettings. Dann sah so manches vielleicht etwas klobig aus (der Dejavu Schriftsatz sieht im Vergleich zu Arial bei größeren Schriften ziemlich fett aus; ich sollte wohl mal die Antialiasing Einstellungen checken), aber war sehr gut zu lesen. Bis auf Firefox. Da dies ein GTK-Programm ist, haben die KDE Einstellungen keinen Einfluss. Auftritt von gtk-engines-qt, welches aber auch so maches GUI-Widget im Browserfenster anpasst (so sind die Radio Buttons bei Google unterhalb des Eingabefelder grau auf weißem Hintergrund). Auch wollten die Firefox-Einstellungen zur Schriftgröße zuerst nicht so, wie ich wollte (später habe ich es dann hinbekommen). Deshalb habe ich meiner Mutter dann den Konqueror als Browser untergejubelt. Was sie ziemlich verwirrte, da sie nicht weiß, was ein Browser ist. Sie kennt nur das Internet. Schließlich war der korrekt eingestellte Firefox nicht zu gebrauchen, da das aufwendige Layout z.B. bei Reisebuchungsseiten wenig tolerant sind bezüglich der Schriftgröße. Der Text wird dann einfach abgeschnitten, verdeckt andere Elemente oder zerreist einfach das Layout, so dass wir die Schriftgröße wieder etwas herunterdrehen mussten (beim Firefox sieht es dann noch erträglicher aus, als beim Konqueror).

Übrigens war meine Mutter der Meinung, dass die Schrift bei Windows größer sei, weshalb die ganze Schriftproblematik zu Lasten von Linux ging. Als wir später dann mal das weiterhin parallel installiert Windows starteten, stellte sie fest, dass dem natürlich nicht so war.

Den Schlußpunkt setzte dann der nichtfunktionierende Drucker. Ich hatte bewusst den alten Lexmark GDI-Drucker (kein Treiber) durch einen HP LaserJet (diverse Treiber) ersetzt, allerdings sorgte ein Fehler in QT 4.4.0 dafür, dass keine QT / KDE Anwendung drucken konnte. Ein Update auf QT 4.4.1 behob bei mir (Gentoo) das Problem, aber auf der Kubuntu Seite tat sich nichts (ich habe allerdings auch nicht die Entwickler auf ein Update drauf angesprochen).

Da ich von Gentoo wusste, dass es das Problem behebt, und da ich auch von der Performance unter Kubuntu nicht so begeistert war (wie zu erwarten, hat ist Gentoo nicht allzu schneller; ein Sempron 2800 ist eben nicht mein Core2 Duo T7300), habe ich damit begonnen Gentoo zu installieren. Im Vergleich zu der 1 Stunde Installationszeit von Kubuntu war die Installationszeit von Gentoo mit mehren Tagen eine Ewigkeit (natürlich lief die Installation nur nebenbei und hat nur einen Bruchteil davon an meiner Zeit verbraucht). Neben dem Drucken ist es unter Gentoo auch einfacher, die ISDN Karte zum Laufen zu bringen.

Abschließend gibt es noch Probleme mit Windows Spielen. Meine Mutter versucht sich gerade an Bridge, wofür ich bisher noch kein Linux Spiel gefunden habe. Also muss Wine herhalten. Das eine Spiel lässt sich nicht installieren, aber spielen (ich brauchte nur die Daten von Windows zu kopieren). Allerdings werden Sonderzeichen (wie die Symbole für Kreuz, Herz etc.) nicht korrekt angezeigt. Das zeite Spiel lässt sich leider auch nicht installieren, so dass meine Mutter dafür Windows starten muss.

Insgesamt ist der Umstieg nicht besonders glatt verlaufen. Viele Kleinigkeiten verhageln die ansonsten – im Vergleich zu Windows – gute Benutzerfreundlichkeit. Allerdings gibt es auch ein paar Sonnenseiten: Kontact kommt gut an und meine Mutter hat damit begonnen, ihr Addressbuch zu aktualisieren und nutzt nun auch Funktionen wie Geburtstagserinnerungen.

Fazit: Meine Mutter bleibt bei Linux, allerdings kommt sie im Prinzip mit Linux ebenso wenig zurecht wie mit Windows, weil sie Bedienkonzepte im Allgemeinen nicht verstanden hat. Nur die Handvoll Programme, die sie nutzt, kann sie bedienen. Und die auch nur zum Teil. Alles andere muss ich ihr zeigen (häufig immer wieder) und die Administration ist eh meine Sache (hier hat Linux für mich allerdings Pluspunkte zu bieten).

Linux „Wow“: Folge 1

August 8, 2007

Heute: Treiberinstallation

Betrachten wir das folgende Szenario:
„Aron kauft sich ein Zeichenbrett. Er schließt es an seinen Windows-Rechner an, nimmt die beigelegt CD und installiert den Treiber. Nach einem Neustart ist er fertig und kann loslegen.“

Nun das gleiche Szenario mit Linux:
„Aron kauft sich ein Zeichenbrett. Er schließt es an seinen Linux-Laptop powered by (K)Ubuntu an und nach ein paar Sekunden ist er fertig und kann loslegen.“

Da sich die meisten Treiber sich im Linux Kernel befinden, dieser vierteljährlich aktualisiert wird und alle großen Desktop-Distributionen die Treiber als Module bereitstellen, ist eine Treiberinstallation nicht notwendig. Udev erkennt die Hardware und lädt das Modul. Auch ein Neustart ist damit nicht notwendig. Als Nächstes erkennt Xorg (neu seit v7.3) das neue Zeigergerät und bindet es ein. Ich habe gelesen, dass die Entwicklung sogar dahin geht, dass ein Helferprogramm dem Benutzer vorschlägt, passende Software zu installieren (z.B. Sane etc. bei einem Scanner).

Das ist echtes „Out of the box“.

Features !!= Benutzerfreundlichkeit …

Juli 29, 2007

… oder warum KDE besser ist als Gnome ;-) .

Ich höre gerade in die aktuellste Ausgabe bei Novell Open Audio u.a. über die Ergebnisse von Novell’s „Hack week“. Und dort berichten sie über eine kleine Erweiterung von Evolution. Wenn man gerade eine neue Email erstellt, die einen Anhang haben soll und diesen Anhang auch im Text erwähnt, dann aber vorm Versenden doch vergisst, den Anhang anzuhängen, so warnt diese Erweiterung den Benutzer vorm Versenden, weil es halt den Hinweis im Text erkannt hat.

Super Sache. Ist aber in KDE’s Kmail schon längst zu finden. Deswegen ist KDE natürlich nicht unbedingt besser als Gnome, beweist aber, dass die undifferenzierte Kritik an KDE’s Funktionsumfang schlecht ist (auch wenn dieses Beispiel dafür nicht sehr gelungen ist, musste aber mal raus).

Ich krieg Plack …

September 18, 2006

… oder warum ist Microsoft nur so doof ?

Windows XP war für seine Zeit ein gutes OS und auch Windows Vista wird viele der Stärken (wie z.B. Hardware-Unterstützung usw.) weiter ausbauen.

Und auch gerade im Bereich der Benutzerfreundlichkeit hat Microsoft viel getan. Die komplett geänderte Benutzerführung von MS Office oder Outlook 2007 zeigen dies deutlich. Obwohl dies eine der Grundfeste von Microsoft’s Erfolg angreift (die meisten Nutzer wollen nicht Sachen neu lernen), muss Microsoft hier nachlegen, denn MacOS X ist momentan Stand der Dinge in Sachen Benutzerfreundlichkeit (und zusammen mit der stylischen Hardware ist dies ein attraktives Angebot). Selbst Gnome oder KDE unter Linux bieten eine bessere Benutzerführung als Windows XP und KDE4 wird wohl an MacOS X heranreichen.

Nun, Microsoft hat nach 6 Jahren Windows XP den Trend der Zeit erfasst und – wie gesagt – Windows Vista wird kommen. Nur hätten sie sich anscheinend bei manchen Sachen etwas mehr Zeit nehmen sollen.

Gesehen habe ich es auf Paul Thurrott’s SuperSite for Windows. Dort sind zwei Screenshots zu sehen. Den ersten ist man gewohnt, er stammt aus Windows XP. Der zweite ist die Zukunft, er stammt aus Windows Vista RC1.

Und was hier überhaupt nicht passt, ist der „Zurück“ Knopf. Diesen findet man nun neuerdings im Internet-Explorer Stil oben links in der Ecke. Das er nach links geruscht ist, kann man noch verstehen, als dass man ihn absetzen wollte. Aber wieso nach links oben ? Und wieso im Internet-Explorer Stil ? Und – das habe ich noch nicht erwähnt – wieso wird in manchen Dialogen doch wieder die alte Benutzerführung verwendet.

Man sieht an den Änderungen, dass sich hier jemand Gedanken gemacht hat, aber damit müssen wird jetzt die nächsten 3-4 Jahre bis zum nächsten Windows überbrücken.

Nun, so etwas passiert auch Gnome / KDE / sogar MacOS X, aber hier kann man doch die Hoffnung hegen, dass solche Fehler im nächsten Release schon nach 3 Monaten behoben sind.