Archiv für die Kategorie ‘Nvidia’

Fairplay …

Februar 9, 2007

… und Windows Vista.

Einstmal hatte ich eine bisschen über Nvidia gemotzt, dass sie trotz langer Vorlaufzeit nicht AIGLX aus Xorg 7.1 unterstützt haben (mittlerweile haben sie dies nachgeholt).  Seit der Einführung von Windows Vista muss ich meine Beschuldigungen wohl zurücknehmen, da fehlende Unterstützung nicht auf Linux beschränkt ist, sondern eher Firmenpolitik darstellt. Die Grafiktreiber für Windows Vista sind auch nicht das Wahre (und das nur als Beta-Version;-) ).  Das nenne ich Fairplay.

P.S.: Die Einstellung von manchen Windows-Nutzern ist echt witzig. Sie denken, nur weil sie ein Produkt gekauft haben, muss es auch funktionieren. Hier und jetzt. Da hat man bei OpenSource weit bessere Chancen, weil die Leute wenigstens beim Entwicklungsstatus nicht flunkern.

P.P.S.: Apple Software ist auch noch nicht Vista-kompatibel. Fragt sich nur, ob das ungewollt ist. Schließlich bieten sie ja selber das bessere Betriebsystem an.

Desktop Effects …

September 13, 2006

… und, wer brauchst sie ?

Novell hat die Bezeichnung „Desktop Effects“ eingeführt, für all die tollen Sachen die durch XGL/AIGLX + Compiz möglich sind. Damit ist die Nutzung von OpenGL möglich und damit sogenannte 3D-Effekte. Soll heißen, „wobbeln“, 3D-Cube, Transparenz, Faden und so weiter.

Nun, nachdem letztens die Nvidia Treiber nun endlich kompatibel mit Xorg 7.1 waren, habe ich mich mal über den letzten Stand der Dinge bei AIGLX informiert. AIGLX (von RedHat entwickelt) ist in Xorg 7.1 integriert worden und ist – zusammen mit Compiz – die zukünftige Technologie hinter den Desktop Effects. Obwohl ATI und Nvidia beteuern, dass sie AIGLX unbedingt unterstützen wollen und sogar bei der Entwicklung von AIGLX auf sie eingegangen wurde, wird es natürlich noch nicht unterstützt. Auch Nvidia`s neuerster Treiber macht da keinen Unterschied (die Feature-Liste war anscheinend schon voll, siehe meinen letzten Post).

Aber es gibt ja zum Glück noch XGL (von Novell entwickelt). Dies ist nicht die Zukunft, da es nur ein schlechter Hack um Xorg ist (es wird in X ein zweiter X-Server gestartet), funktioniert dafür aber schon mit recht vielen Grafikkarten. Sicher, es gibt auch hier keine hardwarebeschleunigende Unterstützung durch ATI oder Nvidia, aber das lässt sich ein softwarebeschleunigendes Mesa ausgleichen.

Also schnell mal ins Gentoo-Wiki. Dort die Anleitung befolgen (was erstaunlich einfach war, zum Teil auch Dank der neugeschaffenen Overlays, die über layman einfach zu erreichen sind), einen Fehler ausgemerzt (ich musste von 16Bit auf 24Bit Farbtiefe umstellen, was eh nicht schlecht ist) und dann lief es. Sogar ziemlich gut ala stabil und schnell.

Ich hatte mich schon, als XGL als erste Ultra-alpha Version herauskam, dafür interessiert und es auch ausprobiert. Damals lief es allerdings noch nicht. Aber schon damals habe ich gesehen, welche Features / Effekte interessant sind (Faden, Programm-Übersicht (Alt-Tab) und 3D-Cube) und welche nicht (wobbeln, Transparenz). Und in der Tat flog das Wobbeln schon am ersten Tag heraus (es nervt wirklich, wenn selbst PopUps wobbelnd auf den Desktop kommen) und die Transparenz habe ich eh nicht genutzt. Am zweiten Tag hatte ich mich am Cube satt gesehen und nachdem automatisch zwei OpenOffice-Fenster, das Firefox-Fenster und Gimp auf alle vier Desktop verteilt wurden und er dann jedesmal animiert beim Programmwechsel den Desktop gewechselt hat, war der Cube nicht mehr nett, sondern unproduktiv. Also flog er auch.

Blieben also noch das Faden und der Alt-Tab Ersatz. Dies sind nette Effekte, die die Usability vor allem für unerfahrene Nutzer (mein Mutter würde es lieben) erhöhen. Ich bin erfahren genug, um zu wissen, dass ein minimiertes Fenster in der Taskleiste ablegt wird (meine Mutter weiß es nicht. Sie arbeitet daher nur mit einem Programm zu einer Zeit). Und da ich für Compiz den gnome-window-decorator nutzen musste (ich ersehne mir KDE4 immer mehr), der z.B. zwei Konsolen-Fenster nicht wie bei KDE über den Desktop verteilt, so dass man möglichst viel von beiden Fenstern sieht, sondern sie übereinander gruppiert, war das Abenteuer Deskop Effects schon nach drei Tagen zu Ende.

Fazit: Die Desktop Effects sind im Kommen und da ist auch gut so, da es doch ein paar produktive und benutzerfreundliche Features gibt (außerdem will man ja MacOS und Windows Vista in Nichts nachstehen), aber ich warte lieber auf KDE4. Vielleicht löst dann Nvidia sein Versprechen auf ein und unterstützt AIGLX. Vielleicht.

Danke Nvidia …

September 11, 2006

…, dass ihr es endlich geschafft habt.

Am 24. August war es endlich so weit. Nvidia hat den aktuellen Treiber in der Version 1.0-8774 herausgebracht. Und nach einer knapp halbjährigen Entwicklungszeeit haben sie richtig viele  Features nachgerüstet. Der neue Treiber unterstützt nun Xorg 7.1. Wars das, Bob ? Nein natürlich nicht, Marcie. Der Treiber kompiliert nun auch mit aktuellen Kerneln!

Also im Klartext: Es hat ewig gedauert und es gerade mal die Minimallösung dabei herausgekommen. Und das wahrscheinlich auch nur, weil ordentlich Stunk gemacht wurde (zumindestens was die OpenSource Community leisten kann) und sowohl Intel (bieten sogar echte OpenSource Treiber) als auch ATI (hat auch ewig gedauert) die Unterstützung von Xorg 7.1 und aktuellen Kerneln gebracht haben. Wahrscheinlich hat sich da einer mal für eine Woche hingesetzt, nachdem ATI ihren Treiber brachten.

Für Windows Vista bietet Nvidia schon seit (geschätzt) einem Jahr Treiber an. Und das ist ein komplett neuer Treiber. Bei Xorg 7.1 mussten sie nur einen vergleichsweise kleinen Schritt machen und den ersten Release Candidate gibt es nun schon seit einem 3/4 Jahr.
Ich verstehe nicht, wie man so ignorant sein kann. Entweder man unterstützt eine Plattform nicht (und hat keine Probleme) oder man unterstützt sie richtig (zumindestens ausreichend gut). So wie es jetzt ist, leidet doch nur das Image von Nvidia.

Und dabei ist es auch finanziell nicht der Aufwand. Ein Programmierer kostet (mal angenommen) 50.000 € im Jahr und eine Grafikkarte (im Mittel) 200 €, wovon ca. 100 € die Herstellungskosten sind. Dann muss Nvidia im Jahr gerade mal 500 Karten in der Linux-Gemeinde verkaufen, um die Kosten für den Programmierer wieder hereinzuholen. Und der arbeitet dann 1 Jahr lang an den Linux Treibern und nicht nur eine Woche.

Und, kann Nvidia denn auch mit guten Treibern 500 Karten mehr verkaufen ?  Ja, denn sie haben die beste Karten/Treiber Kombi. Intel hat mittlerweile gute Treiber, aber nur Onboard-Grafik. ATI bietet ebenbürdige Karten, aber die Treiber sind Mist. Nvidia hat gute Treiber und gute Karten, aber kümmert sich nicht ausreichend um die Linux Gemeinde. Wenn sie nun mit top Treibern und Unterstützung ihr Image aufpolieren, wer würde da denn noch zu ATI oder Intel greifen ?

Fazit: Auch mit den nachgelieferten Treibern wird mein nächster PC/Notebook im Moment eine Grafikchip von Intel haben.