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Desktop Effects …

September 13, 2006

… und, wer brauchst sie ?

Novell hat die Bezeichnung „Desktop Effects“ eingeführt, für all die tollen Sachen die durch XGL/AIGLX + Compiz möglich sind. Damit ist die Nutzung von OpenGL möglich und damit sogenannte 3D-Effekte. Soll heißen, „wobbeln“, 3D-Cube, Transparenz, Faden und so weiter.

Nun, nachdem letztens die Nvidia Treiber nun endlich kompatibel mit Xorg 7.1 waren, habe ich mich mal über den letzten Stand der Dinge bei AIGLX informiert. AIGLX (von RedHat entwickelt) ist in Xorg 7.1 integriert worden und ist – zusammen mit Compiz – die zukünftige Technologie hinter den Desktop Effects. Obwohl ATI und Nvidia beteuern, dass sie AIGLX unbedingt unterstützen wollen und sogar bei der Entwicklung von AIGLX auf sie eingegangen wurde, wird es natürlich noch nicht unterstützt. Auch Nvidia`s neuerster Treiber macht da keinen Unterschied (die Feature-Liste war anscheinend schon voll, siehe meinen letzten Post).

Aber es gibt ja zum Glück noch XGL (von Novell entwickelt). Dies ist nicht die Zukunft, da es nur ein schlechter Hack um Xorg ist (es wird in X ein zweiter X-Server gestartet), funktioniert dafür aber schon mit recht vielen Grafikkarten. Sicher, es gibt auch hier keine hardwarebeschleunigende Unterstützung durch ATI oder Nvidia, aber das lässt sich ein softwarebeschleunigendes Mesa ausgleichen.

Also schnell mal ins Gentoo-Wiki. Dort die Anleitung befolgen (was erstaunlich einfach war, zum Teil auch Dank der neugeschaffenen Overlays, die über layman einfach zu erreichen sind), einen Fehler ausgemerzt (ich musste von 16Bit auf 24Bit Farbtiefe umstellen, was eh nicht schlecht ist) und dann lief es. Sogar ziemlich gut ala stabil und schnell.

Ich hatte mich schon, als XGL als erste Ultra-alpha Version herauskam, dafür interessiert und es auch ausprobiert. Damals lief es allerdings noch nicht. Aber schon damals habe ich gesehen, welche Features / Effekte interessant sind (Faden, Programm-Übersicht (Alt-Tab) und 3D-Cube) und welche nicht (wobbeln, Transparenz). Und in der Tat flog das Wobbeln schon am ersten Tag heraus (es nervt wirklich, wenn selbst PopUps wobbelnd auf den Desktop kommen) und die Transparenz habe ich eh nicht genutzt. Am zweiten Tag hatte ich mich am Cube satt gesehen und nachdem automatisch zwei OpenOffice-Fenster, das Firefox-Fenster und Gimp auf alle vier Desktop verteilt wurden und er dann jedesmal animiert beim Programmwechsel den Desktop gewechselt hat, war der Cube nicht mehr nett, sondern unproduktiv. Also flog er auch.

Blieben also noch das Faden und der Alt-Tab Ersatz. Dies sind nette Effekte, die die Usability vor allem für unerfahrene Nutzer (mein Mutter würde es lieben) erhöhen. Ich bin erfahren genug, um zu wissen, dass ein minimiertes Fenster in der Taskleiste ablegt wird (meine Mutter weiß es nicht. Sie arbeitet daher nur mit einem Programm zu einer Zeit). Und da ich für Compiz den gnome-window-decorator nutzen musste (ich ersehne mir KDE4 immer mehr), der z.B. zwei Konsolen-Fenster nicht wie bei KDE über den Desktop verteilt, so dass man möglichst viel von beiden Fenstern sieht, sondern sie übereinander gruppiert, war das Abenteuer Deskop Effects schon nach drei Tagen zu Ende.

Fazit: Die Desktop Effects sind im Kommen und da ist auch gut so, da es doch ein paar produktive und benutzerfreundliche Features gibt (außerdem will man ja MacOS und Windows Vista in Nichts nachstehen), aber ich warte lieber auf KDE4. Vielleicht löst dann Nvidia sein Versprechen auf ein und unterstützt AIGLX. Vielleicht.